Review: Superfro - Trips

11.01.2018 15:50 von jazz (Kommentare: 0)

 

 

Superfro - Trips

Triangolo LC 2150

 

Die Stücke sind mal mitreißend im Up-Tempo, mal lyrisch getragen, aber fast immer groovend und funky. Energiegeladen toben die Musiker auf ihren Trips und versprechen den Jazz mal anders – nämlich als konkrete Erfahrungen ihren Reisen nach Skandinavien oder in den Orient. Seit mehr als acht Jahren – seit das Quartett die akustischen Farben ihrer Instrumente wiederentdeckt haben - will die Band mit ihrem „Acoustic house jazz“ Bilder im Kopfkino zeichnen. Wenn das stimmt, dann ist die Musik von „Superfro“ eine assoziative Angelegenheit. Auf jeden Fall ist die Eigencharakterisierung als Powerpräsentation, kraftvoll und gespickt mit Gags zutreffend. Und immer treiben Pianist Simon Höneß und Schlagzeuger David Tröscher die Kollegen an.

 

Frowin Ickler am Bass ist eine wahres Groovemonster, Simon Höneß am Piano ein wandlungsfähiges Chamäleon, das mal rasend in die Tasten greift, mit Repetitionen spielt oder mal lyrisch die Akkorde aneinander reiht – wie in „Icicles“. Dann wird auch der tonfärbende Saxofonist, der im Übrigen treibend und expressiv bläst, sanft und elegisch. In „Elks on ice“ schlittern die Elche nachvollziehbar auf dem gefrorenen Fjord. „Spooky tunnel“ ein norwegischer Fußgängertunnel unter dem norwegischen Fels, lebt von abgehackten Riffs und dem akzentuierenden Beat des Perkussionisten David Tröscher.

 

Das Stück „Karwendel“ bedarf zwar der Erläuterung, doch das mächtige und zugleich filigrane Gebirge, die Ruhe und raue Landschaft kommen bei den fulminanten Bass-Soli ebenso zum Ausdruck wie in „Bar Atlantico“ die Leichtigkeit des hellen, sich überschlagenden Saxofonsounds und den vibrierenden Stakkati sowie der Percussion.

 

Zehn Kompositionen hat „Superfro“ auf die kurzweilige CD gepackt. Von Langeweile kann bei dieser Musik keine Reden sein. Zu unterschiedlich sind und voller Überraschungen stecken die Stücke. Zwar fließt die Musik in den Grenzen des traditionellen Jazz, doch die werden ausgeweitet durch den unkonventionellen Zusammenklang der vier Instrumente, ihr ungewöhnliches Timing und ihre eingespielten Gags.

 

(km)

 

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